Nachdem ich heute morgen früh aufgewacht bin, ging es schon kurz nach acht auf die Fähre nach Gabriola Island. Bei strahlendem Sonnenschein hatte ich eine tolle Sicht auf den Hafen, die startenden und landenden Wasserflugzeuge und die vorgelagerten Inseln. Wie in den meisten größeren Siedlungen an der kanadischen Westküste, gibt es auch hier im inneren Hafen direkt an der Stadt einen Wasserflugzeug-Flughafen.
Bevor es auf der Insel aber tiefer ins Inselinnere ging, suchte ich mir ein (das einzige?) kleine Café in Fährnähe und frühstückte. Von da ging es auf dem westlichen Inselstreifen einmal quer über die Insel ganz in den Norden. Die meiste Zeit fand ich tolle Waldwege und war da auch der einzige Mensch weit und breit. Am Waldrand fand ich auch Vielblättrige Lupinen, die bei uns inzwischen die häufigste Lupinenart darstellt - aber eigentlich in British Columbia als Wildpflanze zuhause ist und zumindest in ihrer Wildform auch ziemlich giftig ist.
Der weite Weg quer über die Insel hatte sich gelohnt. Im Norden an Orlebar Point hatte ich eine tolle Aussicht auf Entrance Island mit dem Entrance Island Lighthouse, der Einfahrt in den geschützten Hafenbereich von Nanaimo.
Irgendwann musste ich mich dann aber von der Aussicht losreißen und bin der Westküstenstraße entlang wieder Richtung Süden bis zu den Malaspina Galleries gewandert. Unterwegs hab ich immer wieder Community Mailboxes gesehen - die kanadische Post liefert da zentral für die jeweilige Siedlung alle Post ab. Die Malaspina Galleries sind tolle Sandsteinformationen, die durch die stürmische See und Temperaturwechsel sich ständig verändern. Bei den Malaspina Galleries konnte ich eine Spiegelei-Qualle beobachten und fotografieren - auch die ist giftig. Von da marschierte ich dann zurück zur Fähre - insgesamt waren das ungefähr 12km auf der Insel.
Zurück auf dem "Festland", also Vancouver Island, spazierte ich den Hafenweg am inneren Hafen zum anderen Ende entlang, um dort eine kleine Fähre nach Saysutshun (Newcastle Island) zu nehmen, eine kleine Insel, die seit je her von den First Nations genutzt wurde und nach der Kolonialisierung zum Verarbeiten von Hering, Kohlebergbau und Sandsteinabbau genutzt wurde. Heute ist die Insel ein Naherholungsgebiet mit schönen Wanderwegen und Stränden. Ich hab mir dort ein (leider miserables) Hollandrad gemietet, da mein Bedarf an langen Wanderungen dann doch erschöpft war. So schlecht das Fahrrad auch war - die Insel ist echt schön. Am Fähranleger bin ich dann nochmal auf ein hübsches Stück Fassadenkunst gestoßen.
Mit der letzten Fähre ging es zurück zum "Festland", also Vancouver Island. Dort spazierte ich an der Bastion vorbei noch ein wenig durch das Old City Quarter. Das war nett - aber diese knappe Stunde vor dem Abendessen hat dafür auch gereicht - nur die meisten Läden waren da schon zu. Zum Abendessen ging es nochmal zurück zum Hafen - auf dem Weg dorthin versuchte ich mein Glück auch hier im London Drugs, aber auch hier war die Fotoabteilung schlecht sortiert. Am Hafen besuchte das <a href="https://trollersfishandchips.com/">Trollers</a>, ein schwimmendes Restaurant, dieses mal gab es einen leckeren Lachsburger. Auf dem Weg zurück entdeckte ich noch ein persönliches Highlight, eine Schiffsverladerampe für Züge.